Eine bodengleiche Dusche nachzurüsten wirkt auf viele Eigentümer wie ein Eingriff ins Fundament. Tatsächlich entscheidet weniger die Größe des Badezimmers über den Aufwand als die Bauweise des Gebäudes. In einem Altbau mit Holzbalkendecke stehen Sie vor anderen Herausforderungen als in einem Neubau mit Betonboden. Wer die grundlegenden Unterschiede kennt, kann unnötige Überraschungen vermeiden und realistisch kalkulieren.
Ein letzter Hinweis zur Abdichtung: Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, die Dichtungen zwischen Wand und Wanne sind die Schwachstelle. Prüfen Sie diese alle sechs Monate und tauschen Sie sie bei ersten Anzeichen von Verschleiß aus. So vermeiden Sie langfristig Feuchtigkeitsschäden in der Wand, die deutlich teurer zu reparieren sind als jeder Duschschutz. Treffen Sie Ihre Wahl also nicht nur nach dem Aussehen, sondern nach der Machbarkeit in Ihrer Wanne und dem Aufwand, den Sie bereit sind, in die Pflege zu investieren.
Nun kommt das Gewebe zum Einsatz – idealerweise ein Glasfasergewebe mit einer Maschenweite von etwa 2 bis 3 Millimetern. Sie schneiden es passgenau für die Risszonen zu, wobei das Gewebe an den Rändern jeweils etwa zehn Zentimeter über die beschädigte Fläche hinausragen sollte. Tragen Sie zuerst eine dünne Schicht Spachtelmasse auf, drücken Sie das Gewebe mit einer Glättkelle ein und ziehen Sie anschließend eine weitere dünne Lage darüber. Wichtig: Das Gewebe muss vollständig in der Spachtelmasse verschwinden, aber nicht völlig darin versinken – die Armierungswirkung entsteht nur, wenn es mittig in der Schicht liegt. Drücken Sie Luftblasen sofort sorgfältig heraus, sonst entstehen nach dem Trocknen blasenartige Erhebungen.
Risse im Altbauputz sind kein Grund zur Panik, aber auch kein reines Schönheitsproblem. Sie entstehen häufig durch Setzungen des Gebäudes, Temperaturschwankungen oder weil der alte Kalkputz schlicht ausgetrocknet ist. Bevor Sie spachteln, müssen Sie die Rissart bestimmen: feine Haarrisse, die keine mechanische Belastung zeigen, lassen sich direkt überarbeiten. Handelt es sich hingegen um tiefe, sich bewegende Risse oder gar um Putz, der hohl klingt, ist mehr Vorarbeit nötig. In diesem Fall hilft nur eine Kombination aus Gewebe und elastischem Spachtel – sonst reißt die Reparatur in der nächsten Heizperiode erneut auf.
Faltwand: Die Lösung, die Platz spart und trotzdem schützt Eine Faltwand besteht aus mehreren Paneelen, die sich wie ein Akkordeon zusammenfalten lassen. Sie ist ideal für Badewannen, die direkt an einer Wand stehen, weil sie ohne aufwendige Bohrungen montiert werden kann. Wichtig ist die Abdichtung zum Wannenrand: Viele Modelle haben eine untenliegende Lippe, die ins Wasser eintaucht. Kontrollieren Sie diese regelmäßig auf Risse, denn genau dort entweicht später das meiste Wasser. Bei der Montage müssen Sie darauf achten, dass die Wände der Wanne absolut gerade sind. Ist die Wanne schräg oder abgerundet, bleibt ein Spalt. In diesem Fall hilft nur eine flexible Silikondichtung, die Sie nach dem Einsetzen der Wand auftragen.
Gewebe richtig einbetten – so gelingt die Armierung Schneiden Sie das Gewebe in Streifen, die den Riss auf beiden Seiten um mindestens fünf Zentimeter überlappen. Mischen Sie den Spachtel genau nach Herstellerangaben an – zu dünn angerührt, läuft er aus dem Riss; zu steif, lässt er sich nicht gleichmäßig auftragen. Tragen Sie eine erste dünne Schicht direkt in den Riss auf und drücken Sie das Gewebe mit dem Spachtel hinein, bis es vollständig von der Masse umhüllt ist. Vermeiden Sie Luftblasen, indem Sie das Gewebe von der Mitte nach außen glatt streichen. Anschließend tragen Sie eine zweite Spachtelschicht auf, die das Gewebe vollständig abdeckt. Die Oberfläche sollte glatt, aber nicht zu dick werden – eine Schichtstärke von zwei bis drei Millimetern reicht in der Regel aus.
Der erste Schritt ist immer die Bestandsaufnahme des Untergrunds. In einem Altbau müssen Sie prüfen, ob die vorhandene Decke das zusätzliche Gewicht von Estrich, Abdichtung und Fliesen trägt. Oft ist eine statische Begutachtung nötig, bevor Sie mit dem Abriss beginnen. Ein typischer Fehler ist, den alten Boden einfach herauszureißen und zu hoffen, dass der neue Aufbau weniger Höhe benötigt. Messen Sie stattdessen die verfügbare Aufbauhöhe bis zur Oberkante des Fertigfußbodens und vergleichen Sie diese mit der benötigten Höhe für Gefälle, Abdichtung und Belag.
Nach dem Trocknen der Spachtelmasse (in der Regel über Nacht) wird die Fläche fein geschliffen. Verwenden Sie ein Schleifgitter mit mittlerer Körnung und ziehen Sie die Kanten sauber aus. Prüfen Sie mit einer langen Wasserwaage oder einem Richtscheit, ob die Fläche eben ist. Unebenheiten lassen sich mit einer weiteren dünnen Spachtelschicht ausgleichen – aber nur, wenn die erste Schicht wirklich ausgehärtet ist. Sauberes Schleifen ist wichtig, weil jede Unebenheit später unter der Farbe sichtbar wird. Entfernen Sie den Schleifstaub vollständig, bevor Sie streichen oder tapezieren.
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